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Archive für November 2006
Goldweekend im Grand Casino Baden/Schweiz
27.11.2006 von Michael Keiner.
Bereits zum 4. Mal in jährlich wiederkehrender Folge hatte das Grand Casino Baden mit Herrn W. Uhlenbruck (Spielaufsicht Grand Jeu) als Gastgeber zu seinem Goldweekend eingeladen. Es handelt sich hier um eine Art PR-Veranstaltung, bei der das Casino seine überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit und sein besonderes Ambiente auch überregionalen Gästen vor Augen führen will. Bereits in den Vorjahren hatte mich das Konzept immer wieder positiv überraschen können, so dass es eigentlich keine Frage war, auch die diesjährige Einladung wieder gerne anzunehmen.
Auch abseits des Spielbetriebes zeigt sich das Grand Casino Baden als exzellenter Gastgeber. Für Goldweekend Gäste aus Deutschland ist ein Zimmerkontingent im angrenzenden Hotel „Du Parc“ reserviert, jeden Abend ruhen die Karten an den Pokertischen für ca. 90 Minuten, damit die Gäste vom ausgezeichneten Restaurant des Hauses verwöhnt werden können. Dem allgemeinen Trend hin zu Pokerturnieren wollte sich dieses Jahr auch das Management nicht entziehen, so dass für die Gäste ein kleines No Limit Holdem Turnier veranstaltet wurde. Das Buy-in betrug 500 sfr (ca. 330 €) und als besonderes Bonbon stiftete das Haus noch weitere 5.000 sfr added price money. Leider konnte ich im Rahmen des Turniers nur ein kurzes Gastspiel abgeben; zunächst verlor ich A-J gegen J-10. Bei einem Flop von J-4-4 spielte meine Gegnerin etwa Pot an, ich raiste den dreifachen Betrag all-in. Ohne großes Zögern callte sie und traf natürlich die 10 am River. Reichlich short-staked konnte ich mich zwar in den nächsten 60 Minuten wieder einigermaßen erholen, bis ich dann schließlich ein Paar Asse fand und damit auch mein ganzes Geld preflop in den Pot bekam. Ich spielte gegen Pocket 4. Was soll ich sagen: Eine 4 im Flop brachte ihm einen Drilling und mir mein frühes Turnier-Aus. Aber eigentlich bin ich nach Baden gekommen, weil hier unter der besonderen Konstellation des Goldweekends jedes Jahr hervorragende Cash-game Partien zustande kamen. Dieses Mal wurde sogar ein Omaha Pot Limit Tisch angeboten. Blinds von sfr10-sfr10 bei einem Minimum Buy-in von sfr 500.- hören sich zwar nicht besonders hoch an, aber da sich viele Gäste mit mehreren tausend Franken als Tablestake hinsetzten und auch jederzeit bereit waren, größere Beträge in den Pot zu schaufeln, entwickelte sich die Partie schnell zu einem echten deep stake game. Das Besondere an dieser Partie ist außerdem, dass relativ wenig preflop geraist wird, ein Preflop-Reraise sogar nur 4 oder 5mal während der gesamten Partie vorkam. Man kann sich also viele Flops ansehen und es ist auch noch reichlich Geld vorhanden, um den Turn und River zu spielen. Omaha ist mittlerweile auch in der Schweiz im Aufwind. Während in den vergangenen Jahren nie eine Omaha-Partie anlässlich des Goldweekends zustande kam, war diesmal der Tisch mit 10 Spielern voll besetzt und es gab auch noch eine Warteliste von 5 Interessenten für den Tisch. Überhaupt hat man den Eindruck, dass sich das Grand Casino Baden zu einer Art Pokerzentrum in der Schweiz entwickelt. Die Stammspieler des Hauses werden mit einem ausgeklügelten Bonussystem für ihre Treue belohnt, die Mitarbeiter der Pokerabteilung verhalten sich ausgesprochen freundlich und leger gegenüber den Gästen, legen dabei aber auch jene berühmte Schweizer Präzision an den Tag, die maßgeblich dazu beiträgt, dass die Turniere und auch Cash-games reibungslos ablaufen können.
Mein Fazit: Baden/Schweiz war erneut eine Reise wert und ich freue mich schon auf das Goldweekend 2007. Jeder Pokerfan, der einmal in die Nähe von Zürich kommt, sollte unbedingt eine Stippvisite im Grand Casino einplanen.
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Deutsche Pokermeisterschaft in Berlin
22.11.2006 von Michael Keiner.
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Vom 16. bis 18. November 2006 wurden in der Spielbank Berlin die deutschen Pokermeisterschaften ausgetragen. Der Titel „Deutsche Pokermeisterschaften“ trifft vielleicht nicht ganz ins Schwarze. Bei der Veranstaltung handelt es sich um ein Turnier, das aus der Kooperation von 4 Spielbanken in Norddeutschland (Schenefeld, Hamburg, Bad Zwischenahn und Berlin) geboren wurde und nach seiner geglückten Premiere im Vorjahr im Casino Schenefeld nun eine Neuauflage in der Berliner Spielbank am Potsdamer Platz feierte. Bereits das letztjährige Turnier in Schleswig-Holstein löste ein beachtliches Medieninteresse aus und so war es kein Wunder, dass Hunderte deutscher Pokerfans mit von der Partie sein wollten. Bedauerlicherweise war die Veranstaltung aus Kapazitätsgründen auf 100 Spieler begrenzt und so musste die überwiegende Mehrheit der Teilnahmewilligen auf 2007 vertröstet werden. Der Hype ging soweit, dass letzte Woche Teilnahmetickets (Wert: 440.- €) für unglaubliche 1.600.- € bei Ebay versteigert wurden.Ich gehörte zu den Glücklichen, die auf regulärem Wege ein Ticket erhielten, so dass ich auch bei diesem Event die Firma 888.com vertreten durfte. Wenn ich heute zu meinen positiven Eindrücken im Rahmen der Veranstaltung befragt werde, kann ich nur sagen: Sicher, das Buffet war ausgezeichnet und das freundliche Management samt Floormen war stets bemüht, das Turnier sowie die Cash-games in halbwegs geordneter Weise über die Bühne zu bringen. Was eindeutig fehlte, war Kompetenz!Auf engstem Raum zusammengedrängt wurden 10 Tische in einem abgesperrten Bereich des Casinos aufgebaut, die in vollbesetzten Zustand den einzelnen Spielern einen Bewegungsspielraum ließen, der höchstens in wenigen Zentimetern gemessen werden konnte. Zu allem Überfluss handelte es sich bei 3 der Tische nicht um Poker-, sondern um Black Jack Tische. Jeder, der ein Casino schon mal von innen gesehen hat, möge sich vorstellen, wie man 10 Spieler an einem Tisch unterbringen will, der eigentlich nur für 6 Personen Raum bietet. Aber wie heißt es so schön in der Werbung eines japanischen Automobilherstellers: Nichts ist unmöglich,…!Ein ebenso gewichtiges Problem zeigte sich im Ausbildungsstand der Croupiers: 5 bis 6 waren wirklich gut, weitere 5 – 6 waren einigermaßen dazu in der Lage, ein Pokerspiel zu dealen, aber mindestens 8 bis 10 konnten nicht einmal den minimalsten Anforderungen gerecht werden. Das fing schon beim simplen Mischen der Karten oder beim Wechseln von Jetons an. Je nach Ausbildungsstand der Dealer wurden somit an manchen Tischen nur 5 bis 6 Hände pro Level gespielt, was natürlich zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen des Gesamtturniers führte.Weiterer Kritikpunkt ist die sehr „kreative“ Auslegung international gültiger Pokerregeln. Zur näheren Verdeutlichung sollen das folgenden Beispiel dienen.
Am ersten Tag war das Turnier eigentlich durch das Ausscheiden des 21. beendet, da sich bekanntlich 20 Teilnehmer der ersten Runde für das Finale qualifizierten. An einem Tisch hatten die Spieler schon ihre Blinds für das nächste Spiel gesetzt, aber der Dealer hatte weder angefangen, die Karten neu zu mischen, geschweige denn eine einzige Karte ausgeteilt. Trotzdem bestand er darauf, noch ein Spiel zu geben. Auch heftigste Proteste der Teilnehmer konnten ihn nicht umstimmen. Bei Blinds von 5.000/10.000 hatte dieses Spiel bei einem durchschnittlichen Chipcount von 22.000 natürlich erhebliche Auswirkungen auf den weiteren Turnierverlauf, zumal es vorgesehen war, die Blinds im Finale wieder auf 100/200 zurück zu setzen. Eingeschüchtert durch das resolute Auftreten des verantwortlichen Dealers kamen die an diesem Tisch fast nur aus Hobbyspielern bestehenden Teilnehmer überhaupt nicht auf die Idee, einen Saalchef rufen zu lassen, der die komplett unvernünftige Entscheidung des Croupiers korrigiert. Wie ich aus zuverlässiger Quelle erfahren konnte, hatte die sehr erfahrene und zuverlässige Pokerabteilung des Casinos Schenefeld den Berlinern im Vorfeld des Turniers bereits ihre beratende Unterstützung angeboten. Über die Gründe, warum dieses Angebot letzten Endes nicht angenommen wurde, kann an dieser Stelle nicht einmal spekuliert werden.
Fairerweise gebe ich gerne zu, dass sich die chaotischen Verhältnisse am finalen Samstag deutlich besserten. 3 Tische wurden aus dem Pokerbereich entfernt, die Organisationsabläufe erschienen wesentlich routinierter und zusehends hellte sich auch die Stimmung der Gäste auf.
Mein Fazit: Bei der diesjährigen „deutschen Pokermeisterschaft“ ist es zu erheblichen Pannen gekommen, aber kräftiges Nachwaschen rettet die Veranstaltung insgesamt auch nicht mehr. Meine Anregung für 2007 wäre die frühe Installation einer Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern des Spielbankenverbundes und erfahrenen Pokerspielern, die
- faire und transparente Qualifikationsbedingungen erstellt,
- für eine Anpassung an international anerkannte Pokerregeln sorgt,
- eine Turnierstruktur erstellt, die dem Titel „Deutscher Pokermeister“ gerecht wird,
- ein ausreichendes Platzangebot überprüft und
- dafür sorgt, dass nur adäquat ausgebildete Croupiers zum Einsatz kommen.
Ob meine Vorschläge irgendeine Form von Gehör finden werden, steht noch in den Sternen, aber wie heißt es so schön bei unserem japanischen Autohersteller: „Nichts ist unmöglich,…“
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Hallo Pokerfans!
21.11.2006 von Michael Keiner.
Als Pokerprofi vertrete ich 888.com und PacificPoker.com bei vielen internationalen Turnieren rund um den Globus. Ab sofort werde ich an dieser Stelle versuchen, Euch etwas mehr an meinen Erlebnissen und Planungen teilhaben zu lassen.
Aber das ist noch nicht alles: Hier werden auch Infos zu interessanten Turnieren bei PacificPoker veröffentlicht, neue Produkte besprochen, Gerüchte aus der Pokerszene diskutiert und News kommentiert.
Viel Spaß beim Lesen wünscht Euch
Michael Keiner
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