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EPT Turnier in Kopenhagen
Das Turnier in Kopenhagen war für mich schon zu Ende, bevor überhaupt die erste Hand ausgeteilt wurde. Wie kam es dazu? Aufgrund der Erfahrungen von Barcelona im Herbst und da Kopenhagen quasi das Heimspiel der Skandinavier darstellt, dachte ich mir schon, dass es zu Reservierungsengpässen kommen wird. Ab Mitte November habe ich also schön brav jeden Tag die EPT-Homepage nach einem Anmeldeformular für Kopenhagen ausgespäht. Ende November wurde ich dann endlich fündig, wobei von den 400 Startplätzen noch ganze 24 frei waren. Sofort habe ich mich für Tag 1 B angemeldet und das Buy in überwiesen. Als dann etwa 3 Wochen später die Bestätigungsmail eintrafen, dachte ich eigentlich, alles sei im Lot. Das böse Erwachen kam dann am 17. Januar, also einen Tag vor meinem geplanten Turnierstart. Während ich auf dem Weg zum Flughafen bin, etwa gegen 15 Uhr, ruft mich der Poker Direktor des Casinos an. Wo ich denn bleiben würde, mein Platz sei leer und ich werde munter runter geblindet. Ich falle aus allen Wolken und erklärte ihm, dass ich doch für Tag 1 B reserviert habe. Nein, sagt er, der Computer habe mich auf Tag 1 A platziert. In Windeseile rechne ich meine Optionen durch: Ich könnte gegen 19:15 Uhr im Casino sein und hätte dann etwa 3,500 Chips verloren. Keine ideale Ausgangslage, aber durchaus mit einer fairen Chance noch spielbar. Aber der Direktor macht mir einen Strich durch die Rechnung. Die Hausregel würde besagen, dass bei leeren Plätzen das Tablestake nach 2 Stunden eingezogen wird, auch wenn der Spieler sein buy in bezahlt hat. Komisch nur, dass ich diese Regel auch bei intensiver Nachforschung zu einem späteren Zeitpunkt nirgends schriftlich fixiert vorfand. Er macht mir ein Angebot: Er könne jetzt meinen Platz sofort verkaufen und ich wäre dann der erste Spieler auf der Warteliste für Tag 1 B. Sollte also irgend jemand absagen, hätte ich sofort meinen Platz. Sollte ich doch nicht zum Spielen kommen, würde er mir das Startgeld zurück erstatten. Sämtlicher Alternativen beraubt, willige ich widerstrebend in seinen Vorschlag ein. Ich reise also mit einer gesunden Portion Restoptimismus nach Kopenhagen und treffe noch am gleichen Abend den Manager. Die Chancen stünden gut, meinte er, 3 Leute hätten bisher noch nicht ihr buy in bezahlt und ich solle kurz vor Turnierbeginn am nächsten Mittag wiederkommen. Als ich dann kurz vor 14 Uhr Richtung Rezeption marschiere, sehe ich schon von weitem in seinen Gesichtszügen, dass er keinen Platz für mich hat. Allmählich wird mir klar, dass das Turnier ohne mich statt finden wird. Bitter, aber nicht zu ändern. Im Nachhinein checke ich nochmals die Bestätigungsmail. Sicher, es steht drin dass meine Reservierung für das Turnier am 17. Januar bestätigt wurde; kleingedruckt und ohne Hinweis, dass ich entgegen meiner Reservierung an Tag 1 A zu erscheinen habe. Natürlich hätte ich alles sorgfältiger gegenprüfen müssen, diesen Vorwurf akzeptiere ich. Aber trotzdem bleibt ein extrem schaler Nachgeschmack, was die Kommunikationsfähigkeiten der Turnierorganisation betrifft.
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